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W ir sind alle »Gewohnheitstiere«. Das ist nichts Neues. Wir alle wissen, dass wir die eine oder andere Gewohnheit haben, die vielleicht sogar nicht gerade gut für uns ist. Aber wir haben sie nun einmal.

Was wir uns aber oft nicht bewusst sind und Professor Gerald Zaltman von der Harvard-Universität herausgefunden hat: Um die 95 Prozent unserer täglichen Entscheidungen laufen komplett unbewusst ab. Sie erreichen unsere bewussten Entscheidungsprozesse nie. Wir sind auf Autopilot und dieses die meiste Zeit unseres Lebens. Die meisten unserer Gewohnheiten nehmen wir einfach nicht wahr.

Wir haben:

  • Denkgewohnheiten (was wir als gut und schlecht bewerten, wie wir uns selbst sehen etc.),
  • Gefühlsgewohnheiten (wie schnell ärgerlich wir werden, wann man Angst empfindet etc.),
  • Verhaltensgewohnheiten (wie ordentlich wir sind, ob wir immer etwas aufschieben, was wir bevorzugt essen etc.).

Die Wichtigkeit unserer Gewohnheiten

Unsere Gewohnheiten sind der Schlüssel zu unserem Glück, Erfolg und Reichtum im Leben. Wir sollten uns daher mit unseren Gewohnheiten auseinandersetzen. Denn so wie wir die kleinen Dinge (unbewusst) tun, so tun wir auch die großen für unser Leben entscheidenden Dinge. Das Gute ist, wir können uns bewusst für und gegen Gewohnheiten entscheiden und sie uns zunutze machen, damit wir beflügelt werden und unsere Ziele mit Leichtigkeit erreichen. Wir sollten uns daher zunächst unserer Gewohnheiten bewusst werden. Herausfinden, welche wir ändern, welche wir intensivieren und welche wir neu erlernen wollen.

So entstehen Gewohnheiten

Bevor wir unsere Gewohnheiten beeinflussen können, müssen wir zunächst verstehen, wie diese entstehen. Jeder Mensch ist konditioniert, Freude zu empfinden und Schmerz zu vermeiden. Dies bedeutet, dass wir das gerne tun, was wir mit Freude assoziieren und all das, was schmerzhaft in unserem Gedächtnis verankert ist, versuchen zu vermeiden.

Hat sich ein Kind einmal – trotz mehrfacher Warnung der Eltern – seine Finger an einer Herdplatte verbrannt, wird es in Zukunft tunlichst vermeiden. Die Abläufe in unserem Gehirn spielen hier eine große Rolle. Zu Beginn, wenn wir neue Verhaltensmuster lernen, läuft dies in unserer Großhirnrinde ab. Dort befindet sich unser Schaltzentrum für unser bewusstes Handeln. Wir sind mit unserer Aufmerksamkeit präsent und aktiv. Je mehr wir neue Verhaltensmuster wiederholen und erfolgreich dabei sind, desto mehr verselbständigen sich unsere Handlungen und werden unbewusster. Es beginnt ein Prozess, in dem unsere Hirnsignale langsam immer tiefer in innenliegende Hirnareale wandern. Schließlich werden sie in den Basalganglien als Routine abgespeichert und wir haben eine neue Gewohnheit angenommen.

Ist eine neue Gewohnheit erst einmal fest in unserem Kopf verankert, so läuft sie bei »Bedarf« von alleine ab. Unser Unterbewusstsein entscheidet für uns.

Der Zusammenhang zwischen Auslöser und Gewohnheit

Ob eine Routine abläuft oder nicht, hängt dabei davon ab, ob ein Auslöser eintritt, der mit unserer Routine verknüpft ist. Viele Raucher stehen bspw. oft auf, um sofort nach einer Zigarette zu greifen, weil sie dies immer so tun. Die Routine heißt dann: aufstehen und rauchen. Die Verankerung wird immer fester, weil das Rauchen die Sucht befriedigt und der Raucher so ein positives Gefühl als Belohnung erhält.

Dies bedeutet, wir haben nicht nur Gewohnheiten, sondern unsere Gewohnheiten sind auch mit Auslösern verbunden. Dies kann ein Gedanke sein oder ein äußerer Reiz. Tritt der Auslöser ein, läuft das damit verbundene Programm automatisch unterbewusst ab.

Warum wir an unseren Gewohnheiten arbeiten sollten

Um finanzielle Selbstbestimmung zu erreichen und frei Leben zu können, müssen wir uns in Sachen Geld die Gewohnheiten von reichen und erfolgreichen Menschen zulegen. Das Gleiche gilt für alles andere, was wir erreichen möchten. Wir müssen zu unserem Ziel passende Gewohnheiten haben, um das Ziel erreichen zu können. Sonst sabotieren wir uns mit kontraproduktiven Gewohnheiten nur selbst.

Unsere Gewohnheiten zu ändern, bedarf Disziplin und Kraftanstrengung – gerade am Anfang. Zu Beginn sind unsere alten Gewohnheiten noch voll online und wir müssen uns aktiv dafür entscheiden, anders zu handeln. Es ist nun einmal viel einfacher faul rumzuliegen und direkt Entspannung als Belohnung zu bekommen, als sich aufzuraffen und etwas Neues umzusetzen. Bleiben wir aber da, wo wir sind in unseren alten Gewohnheiten verhaftet, so baut sich langfristig Ärger und Frust über uns selbst auf. Oft sagen wir dann, hätte ich mal nur… Um dies zu vermeiden, sollten wir stets langfristig denken und an uns arbeiten, damit wir uns so weiterentwickeln, dass wir unsere Ziele erreichen.

Wie wir unsere Gewohnheiten ändern können

Wir wissen bereits, wie Gewohnheiten entstehen; also können wir auch dieses Wissen nutzen, um sie zu ändern und neue für uns positivere Gewohnheiten anzunehmen. Unser Ziel ist es, unsere neuen bewusst gewählten positiven Gewohnheiten in unser Unterbewusstsein zu transportieren und dort abzuspeichern.

Hierzu müssen wir zunächst wissen:

  • was wir verändern und was wir neues verankern wollen. Wir müssen ein klares Ziel vor Augen haben.
  • was uns bisher von dieser Veränderung abgehalten hat. Ohne zu wissen, warum wir unser Verhalten bis heute nicht geändert haben, werden wir es auch nicht in Zukunft erfolgreich ändern können. Wir würden immer wieder an dieser Hürde hängenbleiben.

Wenn unser Ziel klar ist und wir das kennen, was uns bis jetzt zurückgehalten hat, sollten wir folgende Schritte durchlaufen, um eine alte durch eine neue Gewohnheit zu ersetzen:

  1. Negative Assoziationen mit der alten Gewohnheit aufbauen
  2. Positive Assoziationen mit der neuen Gewohnheit aufbauen
  3. Den Auslöser für die alte Gewohnheit eliminieren
  4. Die neuen Gewohnheit immer und immer wieder wiederholen
  5. Belohnung für die neue Gewohnheit etablieren
  6. Den Fortschritt des Umlernens dokumentieren

In diesem Prozess kann »Schmerz« bzw. die Vorstellung von diesem zu unserem Verbündeten werden. Bekommen wir es hin, unsere alten Gewohnheiten mit negativen Assoziationen zu verbinden, so werden diese nicht mehr ablaufen. Unser Unterbewusstsein wird uns dann vor dieser vermeintlich schmerzhaften Erfahrung schützen wollen. Dies erreichen wir, indem wir uns wiederholt bildlich vorstellen, dass unsere bisherige Gewohnheit schlecht ist.

Wir sollten uns so realitätsgetreu wie möglich ausmalen, welche negativen Folgen diese Gewohnheit für uns hat. Nach und nach bringen wir so unserem Unterbewusstsein einen neuen Blickwinkel bei, um anders auf unsere alte Gewohnheit zu schauen. Wir bringen es so dazu, diese als negativ einzustufen. Folglich wird unser Unterbewusstsein dann versuchen, diese Gewohnheit zu vermeiden, da sie negativ belegt ist. Wir haben uns von unserer alten Gewohnheit befreit. Bei dem Aufbau von positiven Assoziationen zu unserer neuen Gewohnheit ist es ähnlich.

Hier sollten wir uns jeden Tag – am besten beim Aufstehen und beim Zubettgehen – vorstellen, wie es wäre, diese Gewohnheit zu haben und was alles Positive dann in unser Leben treten würde. Was für positive Gefühle wir dann hätten, welche tollen Erfahrungen wir machen würden etc. Wir müssen versuchen, diese Gefühle zu spüren, um eine emotionale Verankerung zu erreichen. Schreiben Sie sich all dieses Positive auf und lesen Sie sich Ihre Aufzeichnungen mehrmals am Tag durch.

Um es uns einfach zu machen, sollten wir herausfinden, welcher Auslöser unsere alte Gewohnheit hat und diesen dann gezielt vermeiden bzw. wenn er doch eintritt und wir kurz in unsere alte Gewohnheit zurückfallen, laut sagen: Nein – STOPP! – dieses Verhalten gehört nicht mehr zu mir. Es ist schlecht. Ich handele jetzt anders. Dann sollten wir unsere neue Gewohnheit gezielt umsetzen und so nach und nach die alte Gewohnheit überschreiben.

Vergessen wir nicht, dass eine Gewohnheit nichts anderes ist als ein Routineprogramm. Eine Routine entsteht durch häufige Wiederholung. Wird diese Wiederholung dann auch noch belohnt, so wird der Anker in unserem Unterbewusstsein immer stärker, da die neue Routine als positiv und mit Freude verbunden abgespeichert wird. Ist sie dann erst einmal normal für uns, brauchen wir keine Belohnung mehr, wir handeln automatisch.

Dies alles braucht Zeit, sicher – je nach Gewohnheit – mindestens 1 bis 3 Monate.

In dieser Zeit müssen wir unseren bewussten Fokus darauf legen, unser Verhalten aktiv zu ändern. Rückschläge sind hier normal und nicht schlimm. Einfach weitermachen! Es ist nur Feedback, in Zukunft es noch besser zu machen. Nichts weiter.

Gründe, warum wir scheitern, Gewohnheiten zu ändern

Ein Hauptgrund, warum viele Menschen scheitern, Ihre Gewohnheiten umzustellen, ist dass sie viel zu schnell aufgeben. Wenn Sie von sich aus nicht gewillt, sind hart für eine Änderung zu arbeiten, dann können Sie es auch gleich sein lassen. Sparen Sie sich den Stress.

Eine Gewohnheit zu ändern, bedarf eines festen Entschlusses und innerer Überzeugung, dies tun zu wollen. Die Motivation und die daraus kommende anschließende Disziplin sind entscheidend. Sie können Ihre Gewohnheiten nicht von heute auf morgen ändern und auch nicht innerhalb einer oder zwei Wochen. Aber Sie können es!

Kennen Sie nicht alle Auslöser für Ihre Gewohnheit, dann leben Sie im permanenten Kampf und wissen nicht, warum Sie immer wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen drohen. Beschäftigen Sie sich daher damit, wann und warum Sie so und so reagieren. Hören Sie in sich rein und lernen Sie sich besser kennen. Wenn Sie die Auslöser kennen, dann können Sie diese entweder abstellen oder lernen, damit umzugehen und dann bewusst anders zu handeln. Sonst nicht. Gewohnheiten zu ändern, ist somit auch immer eine Reise zu sich und führt zu tiefen Erkenntnissen, wer wir sind.

Tricks, die Ihnen helfen werden

Konzentrieren Sie sich zunächst auf die für Sie lästigste Gewohnheit, die Sie unbedingt ändern möchten. Nehmen Sie sich nicht Zuviel vor. Eins nach dem anderen, sonst werden Sie scheitern. Konzentrieren Sie sich zunächst auf die für Sie lästigste Gewohnheit, die Sie unbedingt ändern möchten.

Verändern Sie immer nur eine Gewohnheit!

Hierbei kann Ihr Umfeld entscheidend sein, ob und wie schnell Sie Ihre Gewohnheiten ändern werden. Wenn Sie mit Menschen zusammen sind, die ein Verhalten oder Einstellungen haben, die gegen Ihre neue zu verankernde Gewohnheit spricht, dann erschwert Ihnen dies die Veränderung. Sie werden permanent mit kontraproduktiven Informationen durch das Verhalten Ihrer nahen Bezugspersonen bombardiert und somit Ihre alte Gewohnheit gestärkt.

Umgeben Sie sich daher am besten mit Menschen, die ein ähnliches Ziel haben bzw. eine Ihren neuen Gewohnheiten zuträgliche Lebenseinstellung besitzen. Sie sollen jetzt nicht alle Ihre Freundschaften aufkündigen. Sie können aber neue soziale Beziehungen aufbauen – Ihren Bekanntenkreis erweitern.

Wichtig ist, dass Sie Menschen haben, die Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen. Insgesamt sollten Sie mit kleinen Schritten beginnen und genau wissen, was Sie ändern wollen und warum. Einfach anzufangen bringt nichts.

Holen Sie sich zusätzlich Unterstützung und handeln Sie nach Ihrer Überzeugung. Nur so sind Sie am stärkten. Wenn der erste Schritt einmal gemacht ist, dann folgt der zweite und dritte … fast ganz automatisch. Verändern Sie Ihr Leben!

Ihr