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Kennen Sie das? Sie haben richtig gute Vorsätze und wollen etwas verändern, etwas Neues tun. Vielleicht aber auch nur für eine Prüfung lernen. Sie sind motiviert und denken, jetzt starte ich, wenn ich das jetzt mache, wird das ein Riesenerfolg…

Also, was tun viele Menschen?

Sie bereiten sich vor zu beginnen.

Ja, ganz richtig gelesen: Sie bereiten vor, zu beginnen. Sie beginnen nicht gleich und gehen die erste Schritte. Nein, Sie bereiten erst einmal ausgiebig vor zu beginnen. Schließlich muss ja auch Alles perfekt vorbereitet sein, um dann effizient Alles machen zu können.

Funktioniert das?

Meist nicht!

 

»Overprepardness« oder besser gesagt, in der Vorbereitung stecken bleiben

Viele Menschen denken, um etwas richtig gut zu machen, um richtig erfolgreich bei etwas zu sein, zunächst perfekt vorbereitet sein zu müssen. Dies geht teilweise sogar so weit, dass die Vorbereitung vorbereitet wird und zwar ausgiiiiebig.

Nehmen wir mal das Beispiel: Lernen auf eine Prüfung. Dies hat jeder schon einmal in seinem Leben getan. Überlegen Sie bitte zunächst, wie Sie sich auf Ihre letzte Prüfung vorbereitet haben.

Haben Sie schnell begonnen oder sich erstmal auf das Lernen ausgiebig vorbereitet? Haben Sie vielleicht auch, bevor Sie gelernt haben, erst mal Ihren Schreibtisch bzw. Ihre gesamte Wohnung aufgeräumt, um eine perfekte und entspannte Lernatmosphäre zu schaffen? Oder haben Sie sich erst mal Alles, was Sie evtl. benötigen könnten, bereitgestellt: etwas zu trinken, etwas zu essen, etwas für die Nerven etc.?

Manche Menschen machen sogar erst einmal einen Powernap, um so »richtig fit« zu sein. Oft wird sich auch erstmal mit der besten Freundin / dem besten Freund ausgetauscht. Allerdings bleibt es oft beim Austausch mit Anderen nicht bei einem kurzen Gespräch, sondern endet in einer ausgiebigen Unterhaltungen über, naja andere Themen, als eigentlich geplant.

Viele Menschen stecken mehr Energie in unwichtige – ja sogar teilweise in komplett überflüssige – Vorbereitungsaktivitäten, als in das, was sie eigentlich tun wollen.

Die Folge ist, nach Stunden der Vorbereitung etc. sind sie müde, so dass entweder das, was sie eigentlich tun wollten, verschoben wird oder mit nur wenig Energie und Motivation noch schnell getan wird.

Bei unserem Beispiel »lernen für eine Prüfung«, kann es dann schon mal vorkommen, dass der halbe Tag für Vorbereitung aufs Lernen draufgeht und dann man müde ist und die richtige Lust und Motivation auch irgendwie abhandengekommen ist. Man setzt sich dann zwar meist nochmal `ne Stunde oder auch zwei hin, aber so richtig will nix in den Kopf.

Das Problem ist, man hat ja zuvor seine ganze Energie für andere »wichtige« Vorbereitungsmaßnahmen vergeudet.

Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht oder warten Sie auf die perfekte Gelegenheit, um etwas umzusetzen, aber irgendwie tun Sie es doch nicht, weil immer noch etwas nicht optimal ist? Wenn ja, dann leiden Sie an: »overprepardness« oder anders ausgedrückt, bis Sie zu Potte kommen, ist es dann oft auch zu spät.

 

Gründe für »Overprepardness«

Was ist eigentlich der Grund für »overprepardness«? Warum haben einige Menschen den Hang dazu und andere wiederum nicht?

Eine hundert Prozent allgemeingültige Erklärung hierfür gibt es nicht, es kommt immer auf Ihren persönlichen Hintergrund an. »Overprepardness« resultiert aus Ihren vergangenen Erfahrungen und wie Sie heute unterbewusst konditioniert sind. Einfach ausgedrückt, haben Sie schon immer einfach angefangen und losgelegt, so werden Sie dies auch in Zukunft tun. Sind Sie jedoch eher ängstlich und wollen immer alles komplett unter Kontrolle haben, so werden Sie eher dort stehen bleiben, wo Sie aktuell sind.

Je nachdem, was in Ihrem Unterbewusstsein verankert ist und was Sie unbewusst mit dem, was Sie tun wollen verbinden, so werden Sie agieren. Sie werden bei negativen unterbewussten Assoziationen eher in die Vermeidung bzw. ausgiebige Vorbereitung gehen oder aber bei positiven Assoziationen in die Aktion.

Oft ist »overprepardness« eine Art von Vermeidungstaktik.

Menschen mit »overprepardness« trauen sich oft nicht, etwas Neues anzugehen, da Sie Angst haben, Sie könnten vielleicht scheitern oder einen sehr starken Hang nach Sicherheit haben. Sie wollen, dass Alles perfekt (vorbereitet) ist, bevor Sie beginnen.

Einen perfekten Start wird es jedoch in der Realität nicht geben. Es ist somit eine gute »unterbewusste Ausrede« auf diesen zu warten und sich immer und immer wieder vorzubereiten. Im Endeffekt bleiben Sie so aber nur in Ihrer Komfortzone und ändern nichts.

 

Was Sie gegen »overprepardness« tun können

Um »overprepardness« zu entgehen, gibt es nur einen Weg: Sagen Sie sich, ich bin jetzt genau jetzt am besten vorbereitet und fangen Sie an – und zwar JETZT!

Nutzen Sie Ihre Motivation, die Sie genau in dem Moment verspüren, wenn Sie etwas verändern wollen. Setzen Sie diese positive Energie um, indem Sie die ersten Schritte hin zu Ihrem Ziel tun und sich eben nicht erst ewig vorbereiten.

Auf unser Beispiel bezogen heißt dies: Setzen Sie sich hin, schlagen Sie Ihr Lehrbuch auf und lesen Sie oder beginnen Sie eine Übungsaufgabe zu lösen. Sie benötigen nicht die perfekt aufgeräumte Wohnung etc. Es reichen ein sauberer Schreibtisch, Papier und Stift sowie Ihr Lernmaterial, um zu beginnen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, Vorbereitung ist wichtig, aber immer nur in einem angemessen Maß. Wird Vorbereitung jedoch zur Flucht vor der eigentlich zu erledigenden Aufgabe, dann ist sie negativ. Fragen Sie sich daher immer, was ist an Vorbereitung wirklich nötig. Bereiten Sie genau dieses Notwendige vor und dann gehen Sie in die Aktion und beginnen mit Ihrer eigentlichen Aufgabe, um Ihr Ziel zu erreichen.

Merken Sie, dass Sie sich unwohl fühlen, da Sie nun schlechter vorbereitet sind als Sie sich es wünschen würden, dann denken Sie immer daran, Sie können auf Ihrem Weg zum Ziel jederzeit umsteuern und auf neue Ereignisse reagieren. Eine gute Vorbereitung hilft – wenn überhaupt – bei auftretenden Unwägbarkeiten nur bedingt, da es eh immer anders kommt als wir es uns ausgemalt und worauf wir uns vorbereitet haben.

Haben sie begonnen und sind Sie erst einmal an dem dran, was Sie erreichen wollen, kommt jedoch leider oft gleich die nächste Ablenkung um die Ecke, die Sie ausbremsen kann.

 

Viele Menschen haben zu viel »Verteilzeit«

Wissen Sie was »Verteilzeit« ist?

Einfach ausgedrückt ist Verteilzeit die Zeit, die wir mit nicht zielführenden Aktivitäten vergeuden und uns von Störquellen ablenken lassen.

Beim Lernen ist Verteilzeit zum Beispiel: schnell mal aufs Handy schauen, ob jemand etwas geschrieben hat oder was es Neues auf Facebook gibt. Verteilzeit ist auch der Weg zum Kühlschrank, um einen Snack zur Nervenstärkung zu holen. Ja, auch der notwendige Toilettengang zählt zur Verteilzeit.

Aus diesen Beispielen sieht man, dass es notwendige und nicht notwendige Verteilzeit gibt. Die notwendige Verteilzeit – wie der Gang zur Toilette oder das Mittagessen – sind nicht zu vermeiden und auch nichts Schlechtes. Alle andere Verteilzeit, die durch unnötige Ablenkungen bzw. Störquellen entsteht, gilt es hingegen zu reduzieren bzw. komplett zu eliminieren.

Diese negative Verteilzeit hält uns nur von unseren Aufgaben ab und bringt uns um unsere Effektivität. Wir werden immer wieder durch Unnötiges abgelenkt, vergeuden so Zeit und Energie und am Ende erreichen wir entweder unser Ziel nicht oder aber nur stark verzögert bzw. unser erzieltes Ergebnis ist schlechter als wir es hätten erreichen können.

Menschen haben hohe negative Verteilzeiten aus verschiedensten Gründen. Häufig jedoch hängt die Dauer an Verteilzeit damit zusammen, ob wir gelernt haben, uns auf eine Sache zu konzentrieren und durchzuziehen oder ob wir uns sehr schnell von Kleinigkeiten ablenken lassen. Es geht also auch hier um unsere Konditionierung, um unser Verhalten in der Vergangenheit.

Haben wir erst einmal gelernt, uns zu fokussieren, so wird es uns immer leichter fallen, konzentriert unsere Ziele anzugehen und uns nicht von Unnötigem aus der Bahn werfen zu lassen.

 

Was kann gegen zu viel negative Verteilzeit getan werden?

Um Ihre negative Verteilzeit zu reduzieren, müssen Sie Ihre alte Konditionierung durchbrechen. Sie müssen lernen, sich stärker zu fokussieren und nicht so leicht Ablenkungsquellen zu erliegen.

Um sich diese Umgewöhnung so einfach wie möglich zu machen, sollten wir soweit es geht Störquellen reduzieren. Schalten Sie Ihr Handy doch einfach mal auf lautlos und legen Sie es beiseite. Sie müssen nicht permanent erreichbar sein. Wenn Sie konzentriert arbeiten wollen, suchen Sie sich einen ruhigen Ort und vor allem, verschieben Sie unwichtige Sachen auf später.

Optimieren Sie sich aber nicht zu sehr. Etwas Verteilzeit braucht jeder! Wir können nicht wie eine Maschine den ganzen Tag durcharbeiten. Wir müssen unsere Grundbedürfnisse stillen und Zeit zum Energie auftanken haben. Ihren Grundbedürfnissen sollten Sie bewusst nachgehen und idealerweise zum Beispiel Ihre Mahlzeiten zumindest grob planen. Vor allem, blähen Sie die notwendige Befriedigung Ihrer Grundbedürfnisse nicht mit anderen Sachen unnötig auf. Nehmen Sie sich bitte auch Zeit zur Erholung, machen Sie sich nicht selbst kaputt!

All diese Hinweise nehmen Sie bitte als gutgemeinte Ratschläge und suchen Ihren individuellen Weg. Eine Musterlösung gibt es nämlich nicht. Wir Alle sind individuell und verschieden. Die Stellhebel sind aber meist vergleichbar und diese kennen Sie nun. Gehen Sie in die Aktion, auf dass Sie nie wieder sagen müssen: „Irgendwie kam immer etwas »Wichtiges« dazwischen.“

 

Ein Karriere-Tipp in diesem Zusammenhang

Entwickeln Sie die »Jetzt-Machen-Einstellung«! Als jemand, der die Sachen angeht und etwas verändern will, werden Sie mehr Erfolg im Beruf haben. Arbeitnehmer, die immer nur erzählen, man müsste ja mal oder man könnte doch auch, gehören zu den ewigen Vorbereitern, aber nicht zu den Machern. Die Macher jedoch machen Karriere, die anderen verweilen im Mittelmaß.

Also gehen Sie es an! Wenn Sie eine Aufgabe sehen, dann reden Sie nicht lange darüber, sondern entwickeln Sie konkrete Lösungsvorschläge und setzen Sie diese um. So werden Sie Ihre Vorgesetzten beeindrucken und sich als agiler und wertvoller Mitarbeiter positionieren.

Vieleicht werden Sie von Ihren Kollegen, die im Mittelmaß versunken sind, belächelt. Es wird vielleicht auch getratscht, die/der will ja nur Karriere machen. Die entscheidende Frage in diesem Zusammenhang ist: Von wem wollen Sie Anerkennung? Von den Kollegen, die schon in Arbeitsstarre verfallen sind oder von denen, die Sie nach vorne bringen können. Entscheiden Sie sich also mit Ihrem Verhalten entweder für »Kollegen-Approval« oder »Führungs-Approval«.

Nur Sie wählen durch Ihr Verhalten welcher dieser Gruppen Sie in Zukunft angehören werden.

Ihr