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Unser Ohr ist unser erstes fertig ausgebildetes Sinnesorgan. Wir werden direkt mit der Fähigkeit zu hören geboren und müssen diese nicht erst noch erlernen.

Beim aktiven Zuhören sieht dies jedoch ganz anders aus. Dies müssen wir lernen und üben. Nicht alle Erwachsene haben gelernt zuzuhören, geschweige denn, Zuhören für Ihren Erfolg richtig einzusetzen. Sie hören zwar, was der Gesprächspartner sagt, aber aktiv zuhören tun sie deshalb noch lange nicht.

Oft erliegen Menschen heutzutage der digitalen Welt mit ihrer akustischen und virtuellen Überreizung. Sie wandeln dann durch die Welt, nehmen alles nur noch oberflächlich war und haben oft gleich ihre Meinung gebildet bzw. bei allem etwas zu sagen.

Kennen Sie auch die zwei Typen von Menschen: die einen. die irgendwie andauernd reden und zu allem sofort etwas sagen müssen und die anderen, die nicht immer reden, die am Anfang eher ruhig sind, zuhören und Fragen stellen?

Der Unterschied zwischen diesen beiden Typen ist, dass der eine das Reden und der andere das Zuhören monopolisiert hat. Was denken Sie: Wer wird im Leben eher Erfolg haben und sich weiterentwickeln?

Aber fangen wir von vorne an.

 

Hören ist nicht gleich zuhören

Auch wenn die Fähigkeit zu hören uns von der Natur geschenkt wird, ist aktives Zuhören etwas, was wir erlernen und üben müssen. Aktives Zuhören ist nämlich nicht nur hören was gesagt wird, genauso wenig wie sehen gleich lesen ist.

Aktives Zuhören ist ein komplexer Prozess und hat als allererstes die Voraussetzung, dass wir etwas (Neues) erfahren möchten. Steigen wir dann in die Kommunikation ein, so besteht aktives Zuhören einerseits daraus, zu hören und aufzunehmen, was der Kommunikationspartner sagt und zum anderen, daraus aktiv Fragen zu stellen und so in das Thema tiefer einzusteigen und mitzudenken. Es geht somit um das gegenseitige Befruchten durch Nachfragen und Verarbeitung des Gesagten. Aktives Zuhören bedeutet somit auch die Schaffung eines inneren Dialogs und das bewusste Nachvollziehen des Gesagten.

Die Möglichkeit der eigenen Gedankenfassung während eines Gesprächs kommt daher, dass unser Gehirn in der Lage ist, ca. 450 Wörter pro Minute aufzunehmen und zu verarbeiten. Ein alltägliches Gespräch umfasst aber unter 200 Wörter pro Minute. In diese freie Kapazität drängt dann unsere innere Stimme und bietet uns die Möglichkeit zur Bewertung des Gesagten im Gesprächsverlauf.

Der Unterschied zwischen Hören und Zuhören liegt also darin begründet, wie wir diese freie innere Kapazität nutzen. Entweder investieren wir sie in die Kommunikation oder wir sind anderweitig abgelenkt und hören nur oberflächlich das Gesagte.

 

Der Zusammenhang zwischen Erfolg und Zuhören

Wollen wir im Leben weiterkommen, dazulernen und wachsen, um erfolgreich zu sein, so ist aktives Zuhören mit entscheidend. Wir können nur neue Ideen / Ansätze verstehen, wenn wir zuhören und andere Standpunkte und Ideen aufnehmen, hinterfragen und für uns einschätzen. Aus diesem Grund sollten Sie das Zuhören monopolisieren und nicht das Reden.

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Challenge

Versuchen Sie in Zukunft immer erst die Meinung und Positionen Ihrer Gesprächspartner zu durchdringen, bevor Sie sich selbst eine Meinung fällen und diese kommunizieren. Monopolisieren Sie das Zuhören!
Erfolgreiche Manager von Unternehmen oder Erfolgstrainer wie Jürgen Klopp und Jogi Löw führen durch aktives Zuhören. Dies bedeutet, sie holen sich zunächst Informationen und Wissen von ihren Mitarbeitern/Spielern und Experten ein und stellen Fragen, bis sie die Thematik / das Problem durchdrungen haben. Erst dann kommunizieren sie ihre Meinung und Entscheidung. Sie monopolisieren das aktive Zuhören.

Ihre Mitarbeiter bzw. Spieler erhalten so eine höhere Wertschätzung, da ihre Meinung in den Entscheidungsprozess mit einfließt. Der Teamgeist wird gestärkt, da in der aktiven Diskussion Entscheidungen gemeinsam vorbereitet werden. Die Betroffenen sind in die Führung mit eingebunden und können aktiv zur Veränderung beitragen.

Einfach gesagt, durch aktives Zuhören entwickeln Sie sich selbst intellektuell weiter, treffen fundiertere und somit bessere Entscheidungen und werden so erfolgreicher.

 

Nur Zuhören ermöglicht zu lernen und zu wachsen

Eigenes ausgeprägtes Fachwissen – speziell in mehreren Bereichen – ist heutzutage nicht zwingend Voraussetzung, um erfolgreich zu sein. Wichtig ist jedoch immer, aktiv mit Menschen in Austausch zu kommen, die entsprechendes Fachwissen haben.

Hören Sie Experten zu und kanalisieren Sie deren Wissen, um selbst für Sie relevante Teilaspekte zu lernen und fundiertere Entscheidungen treffen zu können. So entwickeln Sie sich selbst weiter und lernen, geben aber auch gleichzeitig Wertschätzung durch aktives Zuhören an Ihre Gesprächspartner weiter.

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Zitat

Denke immer daran: Wenn du etwas sagst, dann wiederholst du nur das, was du sowieso schon weißt. Aber wenn du zuhörst, dann kannst du noch Neues erfahren. – Dalai Lama –
Geben Sie Ihr Wissen bzw. Halb- oder Null-Wissen hingegen zu jeder Gelegenheit (vielleicht sogar ungefragt) »zum Besten« und haben zu Allem eine Meinung, die Sie unbedingt sofort mitteilen müssen, dann bleibt Ihre Entwicklung auf der Strecke. Ja, wenn Sie selbst das Reden statt das Zuhören monopolisieren, werden Sie sich nicht weiterentwickeln!

Selbst wenn Sie vielleicht heute noch einen guten Wissensstand haben, werden Sie diesen unmerklich aber kontinuierlich verlieren. Geben Sie Ihre Sichtweise immer und immer wieder weiter und hören selbst nicht aktiv zu, um neues Wissen, Ideen und Sichtweisen in sich aufzusaugen, so werden Sie stehenbleiben, wo Sie heute sind. Sie werden keine neuen Impulse durch Zuhören erfahren und somit wird Ihre Weiterentwicklung ausbleiben.

Sie können natürlich Bücher lesen und so Wissen aufbauen, aber nur der aktive Austausch mit Anderen holt dieses meist passive und abstrakte Wissen in die Realität, aktiviert es und eröffnet neue Facetten, die Sie dann wiederum vorankommen lassen.

Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Erfolgsmenschen monopolisieren das Zuhören, der Durchschnitt monopolisiert das Reden.

Wählen Sie selbst!

Ihr