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I n Deutschland werden im Einzelhandel jährlich ca. 20 Milliarden Zahlungsvorgänge getätigt. Klarer Spitzenreiter trotz moderner Zahlungsmethoden ist laut Bundesbank (März 2019) immer noch das Bargeld. In drei von vier Fällen wird der Einkauf mit Bargeld beglichen. Dies ist auch gut so!

Der Trend hin zum bargeldlosen Zahlungsverkehr wird jedoch stärker und stärker. In den vergangenen Jahren haben sich digitale Zahlverfahren ausgebreitet. Heute kann man einfach nur durch das Halten der Giro- oder Kreditkarte an ein Terminal bezahlen.

Der Bezug zum Bargeld und dem Geld überhaupt wird dadurch immer weniger. Leider mit negativen Folgen…

Die Vorteile von Bargeld

Durch das Bezahlen mit Bargeld bauen wir zumindest für einen kurzen Moment eine Beziehung zu dem Geld auf, das wir ausgeben. Wir schauen im Portemonnaie nach, mit welchem Geldschein oder welchen Münzen wir bezahlen; fühlen das Geld und geben es durch einen bewussten Akt weg. Wir bekommen ggfs. Wechselgeld zurück, jedoch stets weniger als wir gegeben haben. Hierdurch nehmen wir bewusst durch unsere Sinne das Bezahlen war. Wir bauen eine unbewusste Beziehung zu dem Geld auf. Dies hat verschiedene Vorteile.

Wir sind bspw. tendenziell sparsamer. Eine Studie der Bundesbank aus dem Jahr 2014 deutet darauf hin, dass Menschen, die häufig bargeldlos zahlen, einen lockeren Umgang mit Geld haben als Barzahler. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass beim elektronischen Zahlen der »Schmerz des Ausgebens« nicht wirklich spürbar ist.

Ja, richtig gelesen! Geld ausgeben tut weh. Wenn wir Bargeld ausgeben, werden die identischen Hirnregionen aktiv, wie wenn wir Schmerzen empfinden. Wissenschaftler nennen dieses Phänomen »The Pain of Paying«.

Zahlen wir jedoch mit Karte und geben kein Bargeld aus der Hand, so tritt dieses Phänomen nicht auf. Der scheinbar essenzielle Akt des Geldes aus der Hand geben erfolgt nicht. Wir haben keinen haptischen Kontakt und somit verlieren wir den Bezug zum Geld.

Ein Wissenschaftler, der in diesem Forschungsbereich aktiv ist, fasste das Phänomen treffend zusammen: „Kreditkarten betäuben den Schmerz des Zahlens praktisch. Es fühlt sich nicht an, als würde man etwas aufgeben für den Kauf. (Löwenstein)“

Außerdem vergessen wir Beträge, die wir elektronisch bezahlt haben, tendenziell eher  als solche, die wir bar getätigt haben. Wodurch ein Kontrollverlust über unsere Ausgaben begünstigt wird.

Insgesamt führt somit die Nutzung von Kreditkarten leider dazu, dass wir kein »Verhältnis« zu unserem Geld aufbauen. Es ist neutral. Wir nehmen es zunehmend als selbstverständlich war. Die resultierenden Folgen eines hohen bzw. zu hohen Konsums zeigen sich erst später, wenn sich Schulden angehäuft haben. Dann ist es aber zu spät.

 

EXKURS: Kreditkarte als Einstiegs­droge für Schulden

Richtig gefährlich wird es, wenn das bargeldlose Zahlen sich auch auf Beträge ausstreckt, die wir gar nicht besitzen. Rutschen wir bspw. auf unserem Girokonto in den Dispo oder bauen wir Kreditkarten­schulden auf, sind wir schnell in der Schulden­spirale. Durch das Zahlen mit Kreditkarte verliert man nämlich schnell das Gefühl dafür, was man sich noch leisten kann und was schon ausgegeben wurde. Am Anfang ist es kein Problem, mal hundert Euro mehr auszugeben, als was man auf seinem Konto hat. Dieser Fehlbetrag wird mit dem nächsten Gehalt ohne Probleme wieder ausgeglichen. Leider bleibt es aber oft nicht dabei und die Ausgaben steigen kontinuierlich in den roten Bereich.

Fazit: Vorsicht bei der Zahlung mit Kreditkarte!

Geld wirkt sich vergleichbar wie Drogen und Süßigkeiten auf unser Belohnungssystem im Gehirn aus. Dies können wir uns zu Nutze machen, um unsere Finanzen besser zu steuern. Zahlen wir stets in bar sind wir weniger verleitet, Lustkäufe zu tätigen und gehen bewusster mit unserem Geld um.

Dies belegt bspw. eine Studie aus den USA, die zum Ergebnis hatte, dass Barzahlung zu gesünderen Essenseinkäufen führt. Laut dieser Studie führt Kartenzahlung tendenziell dazu, dass mehr ungesunde Lebensmittel gekauft werden. Die Lebensmitteleinkäufe der 1.000 Haushalte, die über ein halbes Jahr untersucht wurden, wiesen häufiger Schokolade und Kuchen auf. Scheinbar haben wir bei Kartenzahlung eine höhere Bereitschaft, uns »Vergnügen« hinzugeben, als wenn wir Bargeld ausgeben.

Die Art, wie wir bezahlen beeinflusst uns, wobei Bargeldzahlung zu für uns günstigeren Verhaltensweisen führt als elektronische Zahlung. Bei elektronischer Zahlung fehlt eben der direkte Bezug zum Geld und wir agieren somit weniger rational und überlegt.

Wir sollten daher stets bar zahlen, um nicht den Bezug zu unserem eigenen Geld zu verlieren!

Mit Bargeld zahlen ist kein Stress oder Problem

Oft wird als Argument für Kartenzahlung etc. angeführt, dass bargeldloses Bezahlen schneller sei als mit Bargeld zu bezahlen. Dies ist aber laut einer Studie der Bundesbank aus dem März 2019 nicht so.

Eine durchschnittliche Barzahlung unter 100 Euro dauert gerade einmal 22 Sekunden. Bei Bezahlung mit Karte und Pin sind es 29 Sekunden und bei Kartenzahlung mit Unterschrift 38 Sekunden. Lediglich das einfache Auflegen der Karte ohne PIN etc. ist wohl schneller. Bei Zahlungen über 100 Euro dreht sich das Verhältnis um, diese Zahlungen stellen für unseren Alltag jedoch nicht die Regel dar und sind daher zu vernachlässigen. Das Argument der Langsamkeit des Bezahlvorgangs im stressigen Alltag zählt somit nicht oder allenfalls bedingt. Bargeldzahlung ist schnell und einfach.

Das Argument, dass Geldabheben nicht überall möglich ist und unter Umständen sogar teuer sei, ist ebenfalls schnell entkräftet. Es gibt viele Banken, die kostenfreies Abheben im Inland an allen Geldautoamten mit VISA-Zeichen anbieten (meine Empfehlung die ING). Abhebegebühren von fremden Banken gehören somit der Vergangenheit an.

In Deutschland gibt es ca. 60.000 Geldautomaten. Diese sind zwar ungleichmäßig verteilt (in Städten mehr als auf dem Land), aber in allen Regionen doch so vorhanden, dass eine permanente Bargeldversorgung unproblematisch möglich ist. Denn Sie können ja bei richtiger Kontowahl an nahezu jedem Geldautomaten kostenfrei Geld abheben. Sie müssen also nicht erst eine bestimmte Bank suchen, sondern können schnell am nächsten Geldautomat Geld abheben.

Sie sehen, mit Bargeld zu bezahlen ist kein Problem. Es ist auch nicht riskanter. Denn die Angst des Geldverlierens ist meist rein fiktiv oder haben Sie schon einmal Ihr Portemonnaie verloren? Dies passiert nur in den seltensten Fällen.

Insgesamt ist Bargeld in meinen Augen die beste Zahlmethode im Alltag. Zahlen Sie daher bitte auch stets in bar! Selbst größere Einkäufe, wie eine neue Waschmaschine oder einen Fernseher, sollten Sie wenn möglich in bar bezahlen. Es sei denn, Sie kaufen online auf Grund günstigerer Preise.

Außerdem sollten Sie stets viel Bargeld dabei haben.

Ihre 500 Euro im Portemonnaie

Gewöhnen Sie sich durch Bargeld bitte daran, viel Geld zu besitzen. Dies tun Sie am besten dadurch, dass Sie stets mind. 500 Euro in bar bei sich haben! Dieses Geld ist nicht dafür da ausgegeben zu werden, sondern verbleibt in Ihrem Portemonnaie.

Hierdurch trainieren Sie Ihr Unterbewusstsein, indem Sie es an viel Geld gewöhnen. Für Sie ist es dann normal, über viel Geld im Alltag zu verfügen und es bereitet Ihnen auch kein ungutes Gefühl. Sie programmieren Ihr Unterbewusstsein auf Reichtum. 

 

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Tipp

Tragen Sie stets mindestens 500 Euro Bargeld bei sich – IMMER!

 

Die Idee, Bargeld abzuschaffen

Trotz all dieser Vorteile von Bargeld wird in einigen Ländern schon länger über die Abschaffung von Bargeld diskutiert. So leider auch bei uns in Deutschland.

Sollte es wirklich zu einer Abschaffung von Bargeld kommen, so würden nicht nur die positiven Eigenschaften der Barzahlung (siehe oben) entfallen, hinzu kämen auch zusätzliche negative Folgen.

Wir wären komplett von den Banken in unserem Finanzsystem abhängig. Wir könnten bspw. nicht bei drohenden Negativzinsen unser Geld von der Bank abheben. Wir könnten zwar die Bank wechseln, aber auch nur, wenn eine andere Bank keine negativen Zinsen eingeführt hat. Insgesamt würde das Gefühl der Sicherheit, welches mit Bargeld und der Möglichkeit der Auszahlung des- selbigen einhergeht, verloren gehen.

Würde das komplette Bankensystem ins Wanken geraten, könnten wir unser Geld nicht durch Abhebung in Sicherheit bringen. Wir wären komplett der Geldpolitik und ihrer Folgen ausgeliefert. Es würde bei Bargeldabschaffung definitiv ein Stück Freiheit verloren gehen.

Eine Bargeldabschaffung geht nicht von heute auf morgen, sondern kommt in kleinen Schritten. Zum Beispiel sind in Italien und Frankreich Barzahlungen über 1.000 Euro bereits verboten.

Wir als Gesellschaft – und somit jeder Einzelne von uns – sollten daher wachsam sein und bereits bei Tendenzen hin zur Bargeldabschaffung unser Recht auf Bargeld einfordern.

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