I ch habe es noch nie verstanden, wenn jemand in der Öffentlichkeit (z.B. auf Partys etc.) über seine Gefühle oder Probleme redet bzw. laut in der Bahn dazu telefoniert. Diese in einer großen Runde verbreitet oder, noch besser, im Internet postet. Meist scheinbar nur, um für den „Seelenstriptease“ Anerkennung, Mitleid, Likes oder was auch immer gerade ersehnt wird – meist Aufmerksamkeit – zu bekommen. Ich habe dies nie getan, sondern halte mich hier komplett zurück. Aus guten Gründen!

Zwar gibt es schon seit längerem den Trend zu Authentizität. Wir sollen alle offen über unsere Gefühle, Wünsche und Ängste sprechen. In Managementlehrgängen geht es um authentische Führung und wie man mit Offenheit etc. Mitarbeiter begeistert, führt und sowieso alles besser für einen selbst und die Anderen wird. Halte ich für totalen Quatsch!

Nun wurde ich in meiner Meinung bestätigt. Ich habe gerade das Buch „Die Kunst des guten Lebens“ von Rolf Dobelli gelesen. Im neunten Kapitel „Die Authentizitätsfalle“ beschreibt er die Probleme des Authentizitätstrends und rät dazu sich ein „Außenmister-Ich“ zuzulegen. Dieses „Außenminister-Ich“ verkörpert das, was Sie nach außen tragen möchten und zwar nicht Ihre innere Gefühlswelt etc., sondern nur klare, durch Sie selbst festgelegte Grundsätze. Ein für mich sehr guter Ansatz.

Warum Sie nach außen nicht authentisch sein sollten

In jeder Gesellschaft gibt es Regeln. Diese sind teilweise durch Gesetze festgelegt und andere wiederum sind in der Gesellschaft durch anerkanntes Verhalten entstanden und existieren unausgesprochen. Es gibt also erwarte Verhaltensweisen, die jeder als Mitglied der Gesellschaft kennt. Wären Sie nun immer komplett authentisch, so würden Sie sicher zumindest mit einem Teil dieser erwarteten Verhaltensweisen brechen. Die Folge wäre, dass Sie Ihre Stellung und somit sich selbst sabotieren würden. Wofür? Um kurz authentisch gewesen zu sein?

Zum Beispiel: Sie sind spät zu einer Essensverabredung dran. Sie haben richtig Hunger und als Sie ankommen, haben die Anderen schon ihr Essen auf den Tisch. Na klar, warum nicht einfach Mal überall zugreifen. Denn das ist es ja, was Sie gerade innerlich am liebsten täten. Außerdem erzählen Sie am besten noch gleich, dass Sie die letzten Tage Durchfall hatten und es mit Ihrer Partner*In gerade nicht so läuft. Alles natürlich detailreich und akzentuiert mit Ihren momentane Gefühlen dazu. Ist solch eine umfassende Authentizität richtig? – Wohl nein!

Anderes Beispiel: Sie haben Angst / Selbstzweifel auf Arbeit vor einem Termin oder Aufgabe und behalten diese natürlich nicht für sich. Sie erzählen Ihren Kollegen und auch Ihrem Chef davon –  denn der hat ja mehr Authentizität eingefordert. Glauben Sie wirklich, dies würde Ihre Karriere befördern. Ich denke eher nicht.

Zu authentisch sollte es dann eben doch nicht sein. Denn wir alle erwarten von unseren Menschen Selbstkontrolle, Anstand und zumindest ein gewisses Maß an Anpassung an die herrschenden Sitten etc. Sie geben nämlich sonst zu viel von sich Preis und lassen Fremde zu nah an sich ran.

Herr Dobelli erklärt dies damit, dass alles auf der Erde eine Hülle hat, die das Innere vor dem Äußeren schützt. Dies beginnt bei jeder Zelle mit der Zellmembran, die Sie umgibt und ist bspw. auch bei Bäumen (Rinde) und uns Menschen (Haut) zu sehen. Authenzität durchbricht jedoch die Barriere zu unserem Inneren auf psychologischer Ebene. Wir sollten daher sehr sparsam damit umgehen und aussteuern, was wir wem von uns preisgeben.

Tun Sie dies nicht und öffnen die Barriere zu Ihrem Inneren durch Authenzität, so laden Sie Andere geradezu dazu ein, dies für Ihre Zwecke zu nutzen. Sie machen sich angreif- und verletzbar.

Stattdessen sollten Sie nach außen immer eine professionelle, konsistente und zuverlässige Haltung annehmen. Vor allem sollte Sie auch auf die jeweilige Situation und die anwesenden Personen eingehen.

Meine Tante Lili hat mir beispielweise einmal geraten: „Pass Dich immer der Situation an, sowohl nach oben als auch nach unten. Dies bedeutet in unserem Kontext: Halten Sie Ihr Image des „Außenminister-Ichs“ konstant; jedoch passen Sie bspw. Ihre Kleidung oder Sprache sowie teilweise Ihre vertrete Meinung der jeweiligen Situation an.

Einfach gesagt, weniger authentisch ist besser, vor allem im Alltag, im Beruf oder einfach gesagt außerhalb Ihrer engsten Familie.

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Immanuel Kant

Die Pflicht gegen sich selbst besteht darin, dass der Mensch die Würde der Menschheit in seiner eigenen Person bewahre.

Zu wem Sie authentisch sein können

Natürlich möchte jeder Mensch so geliebt werden, wie er wirklich ist, ohne sich anzupassen oder zu verbiegen. Dies ist auch absolut richtig! Allerdings sollten wir genau auswählen, wem wir unser Innerstes preisgeben.

Grundsätzlich rate ich Ihnen, seien Sie nur wirklich authentisch gegenüber Ihrem langjährigen Partner/in sowie Ihrer engsten Familie und ggf. superengen sehr langjährigen Freunden. Vor allem aber immer nur dann, wenn Niemand anderes – der nicht zu diesem Kreis gehört – dabei ist. Ansonsten verwenden Sie Ihr „Außenminister-Ich“.

Aber auch in der Familie und Partnerschaft sollten Sie Rückhaltung wahren und manche Ansichten oder Themen evtl. doch nicht preisgegeben. Auch hier gilt wieder: Passen Sie sich immer der Situation an, sowohl nach oben als auch nach unten.

Überlegen Sie sich bitte daher gut, wie authentisch Sie sein wollen. Ich schlage Ihnen vor folgen Sie dem Ansatz von Herrn Dobelli und erschaffen auch Sie ein „Außenminister-Ich“.

Ihr

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