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R ein objektiv betrachtet sind wir alle »Entscheidungsmaschinen«, denn wir treffen jeden Tag rund 20.000 Entscheidungen – an manchen Tagen sogar bis zu 100.000. Diese laufen allerdings meist komplett unbewusst ab. Unsere Automatismen beginnen bereits mit dem Klingeln des Weckers und unsere Reaktion darauf (Ausschalten und Aufstehen oder auf Snooz-Knopf drücken). Nach dem Aufstehen geht es dann mit im Bad fertig machen etc. weiter. Dies alles sind über eine lange Zeit einstudierte Routinen. Wir agieren in solchen Situationen sozusagen auf Autopilot.

Kommt es dann aber zu einer Situation, für die wir keine Routine parat haben, müssen wir uns bewusst entscheiden. Solche Alltagsentscheidungen führen bei manchen Menschen bereits zu Entscheidungsstress. Sie sind es nicht gewohnt, Entscheidungen zu treffen; haben Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen etc. Einfach ausgedrückt, Sie haben einen nicht ausgeprägten Entscheidungsmuskel und sind im theoretischen gedankenbasierten Fehlervermeidungsmodus gefangen.

Je wichtiger die Entscheidung wird, desto eher schieben wir diese raus und fühlen uns unwohl. Meiden wir eine Entscheidung vielleicht sogar ganz und warten so lange, bis jemand anderes für uns entscheidet, folgt dann meist das schlechte Gewissen. Um dies zu umgehen, müssen wir lernen, Entscheidungen zu treffen und dies bewusst zu praktizieren.

Sie denken sich jetzt vielleicht: Ok, das Problem habe ich nicht. Aber wie sieht es denn mit großen Entscheidungen im Beruf, Beziehungsleben oder beim Thema Geld aus? Sind Sie hier sehr entscheidungsfreudig?

Spätestens bei Entscheidungen, die unser eigenes Leben verändern, kommen die meisten Menschen in Entscheidungsstress. Hier spielt häufig die Angst, eine einmal getroffene Entscheidung später zu bereuen, eine wichtige Rolle. Denn gerade bei großen und wichtigen Entscheidungen möchte niemand einen Fehler machen. Dies ist absolut verständlich. Aber auch hier ist der Hauptgrund für den Entscheidungsstress ein schlecht trainierter Entscheidungsmuskel.

 

Ihr Entscheidungsmuskel

Je häufiger Sie Entscheidungen treffen, desto leichter wird dies für Sie. Egal, ob diese Entscheidungen große oder kleine sind, Sie sind dann nämlich bereits im Entscheidungsflow. Sie sind es gewohnt, sich bewusst zu entscheiden und Verantwortung für Ihr Handeln und somit Ihr Leben zu übernehmen. Denn nur wer bewusst sich für etwas entscheidet, beeinflusst seine Zukunft in die Richtung der getroffenen Wahl.

Um sich bei der Entscheidungsfindung wohlzufühlen müssen Sie also lernen, wie Sie selbst am besten zu einer Entscheidung finden. Häufig spielt hier Intuition eine große Rolle. Viele Menschen müssen diese jedoch erst wiederfinden. Oft überhören wir nämlich unser Bauchgefühl. Dazu aber später mehr.

Es geht also darum, durch bewusste Entscheidungen seinen Entscheidungsmuskel zu trainieren, um so nach und nach Entscheidungen als positiv und nicht stressbelastet zu empfinden. Egal, wie groß sie auch sein mögen.

Wenn wir schnell – basierend auf unserem eigenen Wertesystem entscheiden können, dann sind wir im Leben tendenziell erfolgreicher, haben mehr Zeit und weniger Stress, fühlen uns sicherer und wachsen. Es lohnt sich also, unseren Entscheidungsmuskel zu trainieren!

Um unseren Entscheidungsmuskel optimal trainieren zu können, müssen wir zunächst jedoch einmal verstehen, wodurch die Hemmung, Entscheidungen zu treffen, überhaupt entsteht. Dann sehen wir, wie wir uns in der Entscheidungsfindung gezielt verbessern können. 

 

Angst vor Entscheidungen bzw. etwas zu verlieren

Die Angst vor Entscheidungen –insbesondere großen Entscheidungen – ist weit verbreitet. Genauer betrachtet, geht es bei Entscheidungsangst zumeist um Verlustangst. Eine Entscheidung für etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen eine andere Alternative; oft  jedoch gegen eine Vielzahl von anderen Alternativen. Wir selbst schließen somit Vieles durch eine Entscheidung für uns aus.

Dieser implizierte Verlust führt dazu, dass Menschen häufig sich zu stark auf die nicht gewählten Optionen konzentrieren. Sie freuen sich nicht über ihre Wahl, sondern sind von Zweifel und Angst geprägt, ob die Entscheidung auch richtig war. Ja, es wird sogar vergangenen  Optionen hinterhergetrauert.

Dies führt dazu, dass wir bei Entscheidungen häufig völlig irrational handeln. Wir möchten nämlich kurzfristig unsere Angst vor Verlusten vermeiden. Also nehmen wir meist die Option, die kurzfristig eine Belohnung verspricht. Dies konnte in verschiedenen Experimenten wissenschaftlich nachgewiesen werden. 

Ein Experiment des amerikanischen Verhaltensökonom Dan Ariely als Beispiel:

Bei dem Experiment saßen Probanden am PC. Diese konnten zunächst  zwischen drei Türen in einem Raum wählen und danach öffnet sich ein weiterer Raum mit weiteren drei Türen. Die Probanden sollten sich erneut für eine Tür entscheiden. Hinter dieser Tür war jeweils ein anderer Geldbetrag verborgen. Ziel der Probanden war es, soviel Geld wie möglich zu finden. Insgesamt gab es 100 Klicks. Diese mussten somit optimal eingesetzt werden, um viel Geld zu finden. Wildes Herumklicken brachte nichts.

Nach etwas Zeit wurde eine Tür, die zwölfmal nicht angeklickt wurde, nicht mehr angezeigt. Als die Probanden dies merkten, klickten diese wie wild umher, um ja keine Tür zu verlieren. Dies führte natürlich zu geringeren Erträgen.

Hätten sie dies nicht getan, hätten die Probanden ihren Ertrag maximieren können, da nur die Wahlmöglichkeiten eingeschränkt wurden, aber nicht das hinter den verbleibenden Türen versteckte Geld.

 

Wir Menschen mögen es nicht, Optionen und somit Entscheidungsfreiheit zu verlieren. Egal, ob dies rational betrachtet gut oder schlecht ist. Die Angst vor Entscheidungen liegt somit häufig darin begründet, dass wir Angst haben, die falschen Optionen auszuschließen und somit uns selbst negativ einzuschränken. Hinzu kommt, dass wir mit kognitiver Dissonanz nicht gut zurechtkommen.

Unter kognitiver Dissonanz versteht man unangenehm empfundene Gefühlszustände, welche durch unvereinbare Kognitionen (Gedanken, Meinungen, Wahrnehmungen, Einstellungen, Absichten oder Wünsche) entstehen.

Wir alle wünschen uns eine widerspruchsfreie Welt. Gerade bei Entscheidungen ist dies aber oft nicht gegeben. Es gibt nämlich meist nicht die beste Option. Unser klassisches Entweder-Oder-Denken führt somit zu Stress. Wir können eben oft nicht eine Option mit allen Vorteilen finden, sondern müssen uns zwischen verschiedenen Optionen mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen entscheiden.

Auch hier wird der Entscheidungsstress häufig durch die Angst ausgelöst, sich für die falsche Option zu entscheiden oder Folgen falsch eingeschätzt zu haben. Hinzu kommt, dass wenn es keine eindeutig bessere Alternative gibt, wir die Entscheidung als schwer wahrnehmen.

 

Schwere Entscheidungen

Bei Entscheidungen, bei denen es offensichtlich keine klare bessere Alternative gibt, liegt der Grund meist darin begründet, dass bei der Entscheidungsfindung unterschiedliche Werte einfließen.

Häufig stehen die verschiedenen Entscheidungsalternativen gewissermaßen auch sinnbildlich für unterschiedliche Werte. Sie vereinen oft nur einen Teil der für uns in einer idealen Welt als optimal empfundenen Alternative.

Hinzu kommt gerade bei als schwer empfundenen Entscheidungen, dass dies die Entscheidungen sind, die viele Ungewissheit beinhalten. Es ist unklar, ob die Annahmen, die bei der Entscheidung getroffen werden, auch so in Zukunft wirklich eintreten. Würde man schon wissen, wie sich die Zukunft entwickelt, wäre die Entscheidung leichter. Dies ist aber, wie wir alle wissen, nicht gegeben.

Bei solchen Entscheidungen geht es meistens um für unser Leben prägende bzw. wegweisende Sachverhalte. Zum Beispiel kollidieren bei der Berufswahl – bzw. später bei einem möglichen Jobwechsel – die Werte Sicherheit und Freiheit (sinnbildlich in der Form von Selbständigkeit und angestellt sein) miteinander.

Bei für uns schweren Entscheidungen geht es somit häufig nicht darum, welche Entscheidung besser ist (welche mehr Vorteile liefert), sondern wie man selbst in Zukunft sein möchte.

Diese »schweren« Entscheidungen können somit auch nicht mit klassischen Techniken zur Entscheidungsfindung – siehe weiter unten – getroffen werden, sondern müssen durch eine ganz andere Fragestellung gelöst werden.

Statt zu fragen: Was ist besser? sollten wir uns bei lebensverändernden Entscheidungen fragen: Wie will ich zukünftig sein?

Um dies dann zu beantworten, müssen wir unser eigenes Wertegerüst kennen. Wir müssen uns in die durch die Entscheidung möglicherweise entstehenden Zukunftszenarien hineinfühlen und –denken, um dann zu sehen, in welcher wir uns wirklich wohlfühlen. Gehen wir diesen Gefühlen nach, werden wir die für uns richtige Entscheidung finden und dann auch treffen. Hier spielt unser Bauchgefühl eine entscheidende Rolle. 

 

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HINWEIS

Einen interessanten TED-Talk hierzu finden Sie unter: Ruth Chang „Wie man schwierige Entscheidungen fällt

Bauch versus Verstand – Was ist besser für gute Entscheidungen?

Entscheidungen auf Grund von Intuition werden heutzutage in einer immer mehr datengetriebenen Welt – vor allem in der Berufswelt – eher als negativ angesehen. Dies ist jedoch meiner Meinung nach absolut unbegründet.

Wie im oberen Abschnitt erläutert, spielen unsere Werte – und somit unser Bauchgefühl – gerade bei großen lebensverändernden Entscheidungen eine gewichtige Rolle. Aber auch in kleinen Alltagssituationen liefert unsere erste Intuition häufig die beste Orientierung.

Wieso unsere Intuition – wenn wir gelernt haben, auf diese zu hören – so gut ist, weiß niemand. Scheinbar greifen wir jedoch unbewusst auf eine »Informationsquelle« zu, die den für uns passenden Weg aufzeigt. Wir sollten hier mehr Vertrauen in uns selbst haben und häufiger unserer Intuition folgen.

Selbst Profis entscheiden aus dem Bauch heraus häufig besser. Psychologin Sian Leah Beilock von der Universität Chicago hat beispielsweise in einer Studie herausgefunden, dass Profi-Golfer am besten spielen, wenn sie keine Zeit haben über ihren nächsten Schlag nachzudenken, sondern einfach intuitiv agieren. Bei Anfängern zeigte sich hingegen, dass ein überlegter Schlag besser ist. Dies lässt vermuten, dass wir jahrelange Erfahrungen unterbewusst schnell abrufen können und so zu einer intuitiven Einschätzung gelangen.

Grundsätzlich kann jedoch nicht gesagt werden, ob eine intuitive oder wohlüberlegte Entscheidung besser ist. Dies kommt sicher auch immer auf die Fragestellung an. Fakt ist auf jeden Fall, dass wir uns nicht in theoretische Überlegungen und Abwägungen verstricken, sondern durchaus auch mal auf unsere Intuition hören sollten.

 

Falsche Entscheidungen – na und!

Die Angst vor einer falschen Entscheidung ist oft komplett unbegründet. Unser Kopfkino – was alles Schlimmes passieren könnte – ist nämlich meist sehr realitätsfern und erfasst die theoretisch mögliche Zukunft stark negativ gebiased.

Dieses negative Kopfkino führt dazu, dass wir auf Grund unserer Urinstinkte (Freude empfinden/Schmerz vermeiden) oft kurzfristig motivierte Entscheidungen treffen. Ganz nach dem Motto: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Im Zweifel wählen wir dann die Option, die uns kurzfristig einen Erfolg bzw. eine Belohnung verspricht. Auch wenn diese langfristig vielleicht nicht so sehr erfolgversprechend sind wie die anderen Optionen, die aber mit mehr Unsicherheit verbunden sind. Hier sollten wir also versuchen, rational zu bleiben und die Alternativen objektiv abwägen.

Haben wir uns dann für eine Option entschieden, kann es natürlich immer noch sein, dass sie sich im Nachhinein als nicht gut herausstellt. Dies ist aber auch überwiegend überhaupt nicht so schlimm wie gedacht, denn nur die wenigsten Entscheidungen haben wirklich unwiderrufliche langfristige negative Folgen. Oft können wir schnell durch ein paar gezielte Maßnahmen falsche Entscheidungen aus der Vergangenheit wieder ins Positive drehen. Wir müssen hierzu nur in die Aktion gehen.

Wichtig ist vor allem auch, dass wir uns Fehlentscheidungen verzeihen können. Es bringt nichts, wenn wir uns im Selbstmitleid suhlen und immer wieder sagen und denken: Hätte ich doch damals das und das getan.

Gehen Sie stattdessen in die Aktion (Weiterführender Blogartikel) und ändern Sie aktiv Ihre Entscheidung. Sie werden sehen, wie einfach es sein kann und vor allem, wie viel besser es Ihnen gehen wird. Sie gewinnen nämlich die Gestaltungsfreiheit über Ihr Leben zurück. 

 

Was unsere Entscheidungen beeinflusst

Wir treffen Entscheidungen nie rein rational. Immer spielen unsere Gefühle, Erfahrungen, aktuelle Lebensumstände etc. eine wichtige Rolle. Einfach gesagt, nur Maschinen entscheiden rational. Wir Menschen jedoch nicht und das ist auch gut so!

Nachfolgend finden Sie einige interessante Zusammenhänge für Entscheidungen und erhalten Tipps, wie Sie diese für sich nutzen können: 

1. Raus aus der alten Umgebung

Wer kennt das nicht? Die Gedanken kreisen und man kommt zu keiner wirklichen Entscheidung bzw. guten Idee, um ein Problem zu lösen. Man sitzt daheim etc. und ist frustriert. Gehen wir in solchen Situationen raus und tun etwas ganz anderes – machen unseren  Kopf frei – dann kommen neue Ideen.

Wenn Sie bei einer Entscheidung nicht weiterkommen, lassen Sie diese daher am besten einmal ruhen und tun Sie etwas ganz anderes – im Idealfall etwas körperlich Aktives im Freien.

2. Einmal darüber schlafen

Im Schlaf verarbeiten wir was den Tag über geschehen ist. Unser Unterbewusstsein ist  aktiv und beschäftigt sich mit den Dingen, die uns beschäftigen. Häufig haben wir daher am nächsten Tag eine andere Sicht auf die Dinge. Stress etc. ist verflogen und unsere Sicht ist klarer. Dies funktioniert dann besonders gut, wenn wir zuvor uns mit dem Thema umfassend beschäftigt haben.

Dies können wir für unsere Entscheidung nutzen. Sie sollten –vor allem bei wichtigen Entscheidungen –immer mindestens eine Nacht darüber schlafen. Nehmen Sie sich die Zeit und lassen Sie sich nicht drängen. Es gibt nur sehr weniges im Leben, was nicht einen Tag warten kann. 

3. Rationalere Entscheidungen im Dunkeln treffen

Die Wissenschaftler um Alison Jing Xu ( Rotman School of Management) und Aparna Labroo (Northwestern Universität) haben herausgefunden, dass Licht unsere Emotionen verstärkt. Egal,ob diese positiv oder negativ sind.

Dies bedeutet, wenn wir rational an eine Entscheidung herangehen, sollten wir dies nicht in der knallen Sonne im Park tun. Ziehen Sie sich für rationale Entscheidungen besser in einen schattigen etwas abgedunkelten Raum zurück und fokussieren Sie sich auf die zur Verfügung stehenden Fakten. 

4. Meist wird die erste Option gewählt

Dana R. Carney (Universität von Kalifornien) und Mahzarin R. Banaji (Harvard Universität) haben herausgefunden, dass, wenn wir uns schnell zwischen mehreren Optionen entscheiden müssen, wir uns meist für die erste Option entscheiden.

Eine mögliche Erklärung hierfür ist, dass bei der Listenerstellung selbst schon eine Priorisierung eingeflossen ist und wir somit durch die Wahl der ersten Option sowieso die präferierte auswählen. 

5. Die Anziehungskraft des Bekannten

Laut der Rekognitionsheuristik entscheiden wir uns für die Alternative, die uns bekannt erscheint bzw. ist. Dies kommt daher, dass wir uns durch eine Art von Vertrauensgefühl leiten lassen.

Wir sollten uns daher zumindest einmal hinterfragen, wenn wir uns für den Status Quo entscheiden, ob wir der Rekognitionsheuristik unterliegen bzw. Angst vor Neuem haben.

6. Wer besser entscheiden will, sollte aufstehen

Laut einer Studie von Frank Fischer (Ludwig-Maximilians-Universität München) führt Aufstehen zu besseren Entscheidungen. Die Studienergebnisse zeigten, dass Menschen, die öfter aufstehen 24% mehr Ideen hatten und in einem Viertel der Fälle bessere Entscheidungen trafen als die sitzen gebliebenen Studienteilnehmer/innen.

Wollen Sie also kreativ sein oder sich mit Alternativen für eine Entscheidungsfindung auseinandersetzen, so arbeiten Sie am besten im Stehen. Auf der Arbeit könnten Sie zukünftig häufiger mit Kollegen/innen an einem Whiteboard oder Stehtisch diskutieren. 

7. Genug Schlaf führt zu besseren Entscheidungen

Sind wir nicht ausgeschlafen, sind wir weniger agil, langsamer, gehen höhere Risiken ein und treffen schlechtere Entscheidungen. Dies zeigt eine Reihe von Studien.

Sie sollten daher gerade bei wichtigen Entscheidungen immer gut ausgeschlafen sein und nicht übermüdet etwas entscheiden. Schlaf hat aber nicht nur auf Ihre Entscheidungen einen positiven Einfluss, sondern auf viele Bereiche Ihres Lebens. Genügend Schlaf macht Sie erfolgreicher. Mehr dazu finden Sie hier.

8. Ein Ziel verfolgen

Durch Ziele im Leben ist man klarer und fokussierter. Ziele helfen uns auch bei Entscheidungen, denn sie geben uns schon eine Richtung vor. Wir müssen dann nur die möglichen Alternativen hin zur Zielerfüllung abwägen und die des geringsten Widerstandes gehen.

Dies bedeutet gerade vor großen Entscheidungen: werden Sie sich zunächst einmal klar, was Sie wirklich wollen und entscheiden Sie dann basierend auf Ihrem Ziel. 

9. Stress führt zu riskanteren Entscheidungen

Wissenschaftler von der Universität von Guelph um Theodore Noseworthy fanden heraus, dass Stress zu riskanteren Entscheidungen führt. Manager distanzieren sich bspw. unter Stress scheinbar eher von möglichen negativen langfristigen Folgen. Sie agieren wenig rational und gehen tendenziell eher in den »Angriffsmodus« über.

Dies bedeutet für uns, wir sollten nicht unter Stress Entscheidungen treffen. Vor allem keine für uns wichtigen Entscheidungen. Nehmen Sie sich lieber genügend Zeit, um einen klaren Kopf zu bekommen und entscheiden Sie erst dann. 

 

Herangehensweisen für bessere Entscheidungen

Eine der einfachsten Techniken, um zu überprüfen, ob wir mit einer Entscheidung zwischen zwei Alternativen glücklich sind, ist der Münzwurf. Legen Sie fest, welche Seite der Münze für welche Alternative steht und werfen Sie diese hoch in die Luft. Die Seite, die dann oben liegt, ist die Alternative, für die Sie sich entscheiden sollen. So wird Ihnen schlagartig bewusst, ob Sie sich mit dieser Option wohlfühlen oder nicht. Kommen Ihnen große Zweifel oder hätten Sie sich gewünscht, die andere Seite läge oben, dann wissen Sie, welche die richtige Wahl ist. Nämlich die andere Alternative als die die Münze anzeigt. Finden Sie das Ergebnis des Münzwurfs hingegen gut bzw. haben keine Einwände, dann können Sie dem Münzwurf folgen.

Diese Technik funktioniert hervorragend, weil Sie uns in die Situation versetzt als wäre eine Alternative verschwunden und wir so spontan erfahren, wie sich dies anfühlt.

Allerdings ist der Münzwurf für komplexe Entscheidungen mit mehreren Alternativen nicht geeignet. In solchen Fällens sollten Sie besser folgende Ansätze verfolgen: 

A. Haben Sie Ziele

Bevor Sie sich mit einer Entscheidung befassen und Alternativen ausloten etc. sollten Sie sich darüber klar werden, was Sie genau möchten. Haben Sie Ihr Ziel definiert, dann können Sie Ihre Entscheidung auf die Zielerreichung ausrichten und haben so automatisch ein Leitsystem.

Machen Sie sich bitte die Wahl Ihres Zieles nicht zu einfach, sondern durchdenken Sie ausgiebig, wie Sie sich nach der Zielerreichung fühlen würden und ob es das ist, was Sie wirklich wollen.

Vor allem prüfen Sie bitte, ob Sie etwas erreichen wollen Ihrer selbst wegen oder weil Sie meinen, Sie müssten das tun, weil andere dies erwarten bzw. die Gesellschaft dies vorgibt. Vergessen Sie nie, Sie sind die Person, die über Ihr Leben entscheidet! 

B. Komplexität reduzieren

Bei nahezu jeder Entscheidung kann man schier unendliche Kriterien definieren und sich so schnell in Details verlieren. Dieser Ansatz des »perfekten objektiven« Entscheidens führt jedoch selten zum Erfolg. Oft führt er stattdessen zu Überforderung und Prokrastination (Aufschieben).

Um diese Gefahr zu umgehen, legen Sie sich von Anfang an eine überschaubare Anzahl an Kriterien fest und entscheiden Sie sich an Hand dieser. 

C. Ein definiertes Ende festlegen

Menschen, die Angst vor Entscheidungen haben, rechtfertigen das Verschieben der Entscheidung mitunter durch die Ausrede, Sie hätten ja noch gar nicht alle Informationen zusammen und alle Eventualitäten abgeklärt. Dies wird auch nie so sein, denn man kann immer noch mehr Nachforschungen anstellen.

Aus diesem Grund setzen Sie sich eine feste Zeitspanne, in der Sie sich ausführlich zu den vorher definierten Entscheidungskriterien informieren. Ist die Zeit vorbei, dann entscheiden Sie sich an Hand der dann vorliegenden Kriterien. Einen gewissen Grad an Unsicherheit werden Sie nämlich immer haben. 

D. Gehen Sie in die Schriftlichkeit

Sobald wir etwas aufschreiben, müssen wir konkret werden. Wir müssen uns die genaue Wortwahl und Formulierung überlegen. Hierdurch werden wir automatisch gezwungen, uns darüber klar zu werden, was wir wirklich meinen.

Reine Gedanken hingegen sind oft nicht greifbar und nur flüchtig. Wir hängen ihnen kurz nach und wissen dann oft im nächsten Moment nicht mal mehr was wir gerade gedacht haben, weil ein neuer Gedanke schon wieder im Vordergrund steht. Dieses “seinen Gedanken nachhängen“ bringt für eine Entscheidungsfindung meist nichts.

Erst die konkrete Formulierung von Kriterien und Argumenten für oder gegen eine Alternative bringt uns voran. Schreiben Sie daher am besten Ihre Überlegungen auf. Sie werden hierdurch oft ein klares Bild von dem erhalten, was Sie wirklich wollen, fühlen und meinen. 

E. Nehmen Sie sich bewusst Zeit und machen es sich gemütlich

Nehmen Sie sich bitte immer für wichtige Entscheidungen genug Zeit. Dies bedeutet nicht nur, dass Sie nichts überstürzen sollten, sondern dass Sie sich auch Zeit für die Entscheidung nehmen. Nehmen Sie sich Zeit, in der Sie nichts anderes tun, als sich mit Ihrer Entscheidung zu befassen.

Leider treffen viel zu viele Menschen Entscheidungen während dem sie etwas anderes tun. Beim Essen oder beim Autofahren wird mit dem Partnern diskutiert und dann wird entschieden. Nur die wenigsten nehmen sich bewusst Zeit, um sich zu entscheiden. Tun Sie dies bitte ab sofort.

Wenn Sie sich Zeit für Ihre Entscheidungen nehmen, dann tun Sie dies bitte in einem Umfeld, das Sie beruhigt und in dem Sie sich wohlfühlen. Vor allem sollten Sie mögliche Störquellen ausschalten. Stellen Sie auf jeden Fall Ihr Handy auf lautlos und legen es in einen anderen Raum. Es bringt gar nichts, wenn Sie immer wieder in Ihrer Entscheidungsfindung unterbrochen werden. 

 

Bewährte Entscheidungstechniken

Zu Unterstützung von Entscheidungen gibt es bewährte Techniken. Hierzu zählen u.a. die Pro- und Contra-Liste, der Entscheidungsbaum und auch das 10-10-10-Modell. Diese drei Techniken werden nun kurz beschrieben: 

Die Pro-&-Contra-Liste

Die wohl bekannteste und weitverbreitetste Methode für das Treffen von Entscheidungen ist wohl die Pro-&-Contra-Liste. Sie schreiben alles, was für eine Alternative spricht, auf die linke Seite eines Blattes und alles, was dagegen spricht, auf die rechte Seite. Dies liefert Ihnen einen guten Überblick und Sie können die Argumente miteinander vergleichen.

Noch effektiver wird die Verwendung einer Pro-&-Contra-Liste, wenn Sie die Qualität der Argumente mitbewerten. Es können nämlich bspw. zwei wichtige Argumente, die für etwas sprechen, ausschlaggebender sein als sechs schwache, die dagegen sprechen. Verteilen Sie hierzu beispielsweise Sterne. Je mehr Sterne ein Argument hat desto wichtiger ist es. Die Argumente mit den meisten Sternen sollten Sie bevorzugt behandeln und als Hauptkriterien in Ihre Entscheidung einfließen lassen.

Zeigen Sie ruhig Ihre Pro-&-Contra-Liste einem guten Freund oder Freundin und bitten Sie diese, die Liste kritisch zu prüfen und ggf. zu ergänzen. So erhalten Sie nochmal einen neutraleren Blick auf die Faktenlage. Dritte sehen die Dinge nämlich meist neutraler und können so eine wertvolle Perspektive für Ihre Entscheidung liefern.

Wenn Sie eine Pro-&-Contra-Liste verwenden, sind Sie übrigens in prominenter Gesellschaft, denn Benjamin Franklin als Präsident der USA erstellte stets vor wichtigen Entscheidungen eine solche Pro-&-Contra-Liste. 

Der Entscheidungsbaum

Die Technik des Entscheidungsbaums eignet sich vor allem dann, wenn Sie viele Alternativen haben, die Sie miteinander vergleichen wollen.

Die Idee des Entscheidungsbaums ist, dass Sie jeweils zwei Alternativen miteinander vergleichen und die Alternative, die besser ist weiterkommt. Dies machen Sie solange bis nur noch ein Alternative übrig ist. Diese ist dann besser als alle anderen Alternativen und somit Ihre Wahl.

Die Entscheidung zwischen zwei Alternativen kann mit der Technik der Pro-&-Contra-Liste unterstützt werden. 

Das 10-10-10-Modell

Das 10-10-10-Modell geht auf Suzy Welch (Frau des ehemaligen Generals-Electric-CEO Jack Welch) zurück. Die Idee ist, dass Sie aufschreiben, welche Folgen Ihre Entscheidung in 10 Minuten, in 10 Monaten und in 10 Jahren haben wird. Wie wird es Ihnen zu diesen Zeitpunkten gehen und was wird sich verändert haben in Ihrem Leben.

Schreiben Sie alle positiven und negativen Aspekte hierzu auf. Gehen Sie hierbei vor allem auch auf Ihre Gefühle ein, wie werden Sie sich fühlen, wenn sich Ihr Leben so entwickeln würde.

Bei Berufsfragen können wir uns bspw. so klar darüber werden, wo uns verschiedene Alternativen hinbringen können und ob wir dies wirklich wollen. 

 

Fangen Sie sofort an

Wichtig ist, wenn Sie etwas an Ihrem Entscheidungsverhalten ändern wollen und Ihren Entscheidungsmuskel formen und trainieren möchten, dann fangen Sie sofort damit an. Vor allem beginnen Sie damit, Alltagsentscheidungen stets selbst zu treffen und Ihre Meinung zu vertreten. Lassen Sie bspw. nicht mehr Ihre/n Partner/in alleine entscheiden, was es zu essen gibt, sondern entscheiden Sie mit. Geben Sie keine Entscheidungen einfach mehr aus die Hand, sondern wirken Sie an allen Entscheidungen, die Sie persönlich betreffen, mit.

Treffen Sie Alltagsentscheidungen aus Ihrem Bauchgefühl heraus. Lernen Sie auf Ihre innere Stimme zu hören. Was ist Ihr erster Gedanke zu einer möglichen Alternative; wie fühlt es sich spontan an?. Dies sind meist sehr gute Indikatoren dafür, ob eine Alternative gut oder schlecht für Sie ist.

Nehmen Sie sich Zeit bei komplexen und wichtigen Entscheidung und probieren Sie verschiedene Herangehensweisen und Techniken (für beide siehe oben) aus, bis für Sie Entscheidungen einfach fallen. Sie werden sehen, so lange dauert das gar nicht; wichtig ist nur, dass Sie sich jetzt dafür entscheiden, damit zu beginnen

Also trainieren Sie Ihren Entscheidungsmuskel und vergessen Sie vor allem nie, wer Entscheidungen vermeidet oder herauszögert, verliert schnell den Respekt anderer. Viel schlimmer ist jedoch, er hat keinen Respekt vor sich selbst, da er nicht sein Leben in die Hand nimmt und steuert.

Ihr 

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