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G eld bestimmt unsere Gesellschaft und oft auch unser Leben. Wir alle müssen Geld verdienen, um leben zu können. Ohne Geld können wir nicht unsere Wohnung bezahlen, Essen einkaufen und den Dingen nachgehen, die wir mögen. Geld ermöglicht es uns fast immer das zu kaufen, was wir möchten. Geld kann zwar keine Gefühle von anderen Menschen kaufen, aber ansonsten ist dem Erwerb mittels Geld keine Grenze gesetzt.

Das Resultat ist eine scheinbare übermächtige Funktion des Geldes als Bestandteil vieler Kulturen. Aus diesem Grund stellen viele Menschen Geld mit an erste Stelle in Ihrem Leben. Sie geben ihm sogar eine Art von »Heilsgedanken«: „Hätte ich nur mehr Geld, wäre alles besser und ich könnte endlich das tun, was ich möchte.“ Geld ist für diese Menschen nicht nur Zahlungsmittel, sondern gleichzeitig die Währung für ein glückliches Leben.

Nach Geld zu streben und mehr davon zu haben ist das, was unsere Gesellschaft in den meisten Schichten als ideales Rollenbild vorgibt. Klar gelten auch andere Ziele als gewollt. Diese kann man aber meist durch Geld erfüllen (Beispiel: sozial engagiert sein wird geschätzt, Geldspenden sind die materielle Lösung).

Ein glückliches und erfolgreiches Leben zu führen wird geradezu unabdingbar an Geld bzw. viel Geld gebunden. Oft nicht direkt, sondern über andere teure Statussymbole wie ein Haus mit Garten, ein teures Auto, Markenkleidung, häufige Urlaube zu weitentfernten Traumzielen etc. Dies führt somit zu einem idealen Nährboden für das Hamsterrad der Karriere.

In diesem karrierebedingten Hamsterrad ist eine gute Position mit hohem Einkommen und somit hohem Ansehen häufig das ersehnte Ziel. Das verheerende an diesem Ziel ist, es wird immer eine Position, Amt oder Vermögensstand geben, der besser erscheint als wo Sie gerade stehen. Das Hamsterrad endet also nie, sondern wird nur beschleunigt und die Fallhöhe erhöht sich.

Warum Geld nicht die Währung unseres Lebens ist

Wer Geld als Währung für ein glückliches Lebens sieht, gerät schnell in das eben beschriebene Hamsterrad. Glücklich werden hierdurch aber nur die wenigsten. Der Grund ist, dass die persönlichen Ziele an der falschen Währung (Geld) ausgerichtet werden.

Ich möchte gar nicht bestreiten, dass wir Geld benötigen um zu leben. Außerdem gilt sicher: je mehr Geld wir haben, desto einfacher wird tendenziell unser Leben. Wer kein Geld hat, ist in einer schrecklichen Situation, da er täglich um das Überleben kämpfen muss. Die Verteufelung von Geld kann daher auch nicht die Lösung sein.

Ab einem gewissen Einkommen jedoch spielt mehr Geld für das eigene Glück nur noch eine sehr, sehr untergeordnete Rolle. Die Grundbedürfnisse sind dann nämlich bereits befriedigt. Es geht also nicht mehr ums Überleben, sondern nur noch um mehr Geld an sich oder mehr Luxus und materiellen Reichturm – wenn Geld als die Währung des Lebens gesehen wird. Nur dies ist bei den meisten Menschen eben nicht das, was sie glücklich macht. Mehr Geld bringt irgendwann nichts mehr und das früher als die meisten sicher denken.

Geld hat einen abnehmenden Grenznutzen

Ein Forscherteam der Purdue University untersuchte mit Hilfe des Marktforschungsinstituts Gallup in einer Studie mit 1,7 Millionen Menschen aus 164 Ländern, bei welcher jährlichen Einkommenshöhe das subjektiv wahrgenommen Wohlbefinden am höchsten ist (zur Studie). Sie kamen zu dem Ergebnis, dass ein Einkommen von ca. 81.000 Euro (100.000 Dollar) in Westeuropa – 125.000 Dollar in Australien, 105.000 Dollar in Nordamerika und 75.000 Dollar als weltweiter Durchschnitt – optimal für die Lebenszufriedenheit und das emotionale Wohlbefinden ist.

Eine andere Studie des Wirtschaftsnobelpreisträgers Kahnemann und des Ökonomen Deaton (zur Studie) fand heraus, dass das zusätzliche Glück durch eine Gehaltserhöhung ab einem bestimmten Punkt kippt. Mehr Geld macht dann nicht mehr glücklicher (»abnehmenden Grenznutzen des Geldes«). Im Gegenteil: Der Effekt kehrt sich sogar um. Dieser Wert liegt laut der Studie bei ca. 60.000 Euro.

Sicherlich ist der genaue Wert, ab dem eine Gehaltserhöhung keinen zusätzlichen positiven Einfluss mehr auf das individuelle Wohlbefinden hat, bei jedem Menschen unterschiedlich und bbhängig von den jeweiligen Lebensumständen. Nichtsdestotrotz weisen die Studienergebnisse eindeutig darauf hin, dass mehr Geld eben nicht zwangsläufig glücklicher macht.

Die Forscher sehen den Grund, warum zusätzliches Geld einen sogenannten »abnehmenden Grenznutzens« hat, darin begründet, dass mit mehr Gehalt im Normallfall auch mehr Verantwortung und Arbeit einhergeht. Es steht bei fortschreitender Karriere somit immer weniger Zeit für die Dinge im Leben zur Verfügung, die Spaß machen und zum emotionalen Wohlbefinden beitragen – Arbeit ist es eben meist nicht. Ein klares Indiz für die eigentliche Währung des Lebens.

Zeit als Währung des Lebens

Je vermögender ein Mensch ist, desto mehr gibt er tendenziell dafür aus, dass ihm andere Menschen Arbeit abnehmen, die er nicht mag. Er erkauft sich somit mehr Zeit für die ihm wichtigen Dinge im Leben.

Geld ist häufig somit einfach das Hilfsmittel, um uns Zeit zu erkaufen, die wir dann selbstbestimmt verbringen können. Selbstbestimmte Zeit ist Zeit, die wir so verbringen, wie es uns Spaß macht. Wir müssen in dieser Zeit keine Pflichtaufgaben erfüllen. Wir können unseren selbst gewählten Zielen nachgehen oder auch einfach nur das tun, wozu wir gerade Lust haben.

Die Wichtigkeit von selbstbestimmter Zeit wird u. a. durch den abnehmenden Grenznutzen von mehr Geld untermauert. Geld ist essenziell und unersetzlich solange es dazu dient, dass wir unsere Grundbedürfnisse erfüllen können: Wir ein Zuhause haben und uns Essen und Trinken sowie all die anderen Dinge, die wir benötigen, leisten können.

Ist dies gegeben, tritt ein anderes, tief in uns verwurzeltes Bedürfnis zu Tage. Wir streben nach Selbstbestimmung! Wir wollen uns so entfalten, wie es für unser Inneres richtig ist. Dies geht aber nur, wenn wir hierfür die nötige Zeit haben. Geld ist hierfür nur das Hilfsmittel, aber nicht die Währung. Die Währung, die uns die Möglichkeit zum tiefgreifenden Glück gibt ist: ZEIT!

Selbst zu entscheiden, was wir tun und lassen möchten ist eben mit das größte Glück was ein Mensch haben kann.

Selbstbestimmte Zeit als scheinbare Mangelware

Die meisten Menschen haben jedoch nur sehr wenig selbstbestimmte Zeit. Häufig sogar nur am Wochenende oder im Urlaub. Der Sonntag wird zu dem selbstbestimmten Tag der Woche. Getreu nach dem Motto: An diesem einen Tag, mal nur das tun was man möchte. Nicht arbeiten müssen oder andere lästigen Verpflichtungen nachkommen. Reicht dies aus? Definitiv nein!

Es geht nämlich auch anders. Jeder Mensch hat jeden Tag 24 Stunden zur Verfügung. Dies ist vielleicht sogar die einzig wirkliche gerechte Sache in unserer Welt. Hier sind wir alle gleich. Es kommt also darauf an, wie wir diese 24 Stunden nutzen.

Wir selbst können uns entscheiden.

Vielleicht denken Sie jetzt: „Ich muss doch Arbeiten um Geld zu verdienen.“ Ja klar, dies müssen Sie, um zu überleben. Aber es geht hier auch nicht um eine Veränderung von heute auf morgen. Es geht um eine langfristige Tendenz in Ihrem Leben. Sie können sich entweder mit dem Hamsterrad und dem doch so normalen Leben mit dem selbstbestimmten Sonntag abfinden, oder Sie wählen bewusst ein anderes Modell.

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Zitat von Steve Jobs

Ihre Zeit ist begrenzt, also verschwenden Sie sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lassen Sie sich nicht von Dogmen in die Falle locken. Lassen Sie nicht zu, dass die Meinungen anderer Ihre innere Stimme ersticken. Am wichtigsten ist es, dass Sie den Mut haben, Ihrem Herzen und Ihrer Intuition zu folgen. Alles andere ist nebensächlich.

Ein alternatives Modell wäre bspw. dass Sie immer mehr Zeit damit verbringen, was Sie lieben und was Sie begeistert. Entscheiden Sie sich dafür und gehen Sie bewusst in die Aktion, dann bin ich davon überzeugt, dass sich Ihr Leben so verändern wird wie Sie es sich wünschen.

Der Grund hierfür ist, dass Veränderung in Ihren Leben dadurch entsteht, dass Sie Zeit in etwas investieren. Wo wir wieder bei der wahren Währung des Lebens wären. Je mehr Zeit Sie in etwas investieren, desto mehr holen Sie davon in Ihr Leben. Sie senden förmlich durch Ihr Handeln ein Signal zur Veränderung und werden dann entsprechende Möglichkeiten erhalten um Ihr neues Lebensmodell umzusetzen. Bewegen Sie sich ergänzend finanziell hin zum passiven Einkommen, können Sie sogar Ihre Arbeitspflicht minimieren und somit wirklich selbstbestimmt leben.

Zeitverschwendung: Der einfachste Weg, um arm und unglücklich zu werden

Wir müssen also selbst entscheiden, wie wir unsere 24 Stunden jeden Tag nutzen. Diese Entscheidung ist wichtiger, als die meisten Menschen sich auch nur näherungsweise vorstellen.

Wie Sie heute Ihre Zeit nutzen, entscheidet darüber, wer Sie in Zukunft sind und wie Ihr Leben aussehen wird. Setzen Sie sich nach Arbeit abends bspw. einfach vor den Fernsehen und leben durch das Betrachten von Serien, Soaps, Dokumentationen etc. das Leben anderer und nicht Ihr eigenes Leben, dann werden Sie sich nicht weiterentwickeln. Sie werden stehen bleiben und am Ende nichts aus Ihrem Leben machen.

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Zitat von Henry Ford

Zeitverschwendung ist die leichteste aller Verschwendungen.

Raffen Sie sich hingegen auf und investieren Zeit in das was Sie mögen. Werden Sie in diesem Bereich besser werden, Sie werden mit neuen Menschen über kurz oder lang in Kontakt kommen und es werden sich Chancen ergeben, die Sie weiterbringen werden. Sie werden also Ihr Leben selbst in die Hand nehmen und dies gestalten. Sie legen durch Ihr Tun den Grundstein für Ihre selbstbestimmte Zukunft. Für eine Zukunft, die Sie selbst gestaltet haben.

Ergreifen Sie bitte diese Chance, die Sie jeden Tag durch neue 24 Stunden erhalten und investieren Sie die wahre Währung des Lebens – Ihre Zeit – in für Sie richtige und wichtige Aktivitäten.

Ihr